Datum: Freitag, 27.05.16
Ort: QQ Tec
Uhrzeit: 19.30 Uhr

WDR 3  Mitschnitt

Conrad’s Quintett Conrad Noll, b
Jan Klinkenberg, p
Thomas Esch, dr
Daniel Filbert, ts
David Heiss, trp


Ein Jahr proben die fünf in Köln lebenden Mitglieder von Conrad’s Quintett nun zusammen. Das Resultat ist bereits beachtlich: Als musizieren sie schon eine halbe Ewigkeit miteinander, verläuft die wortlose Kommunikation zwischen den drei Noch-Studenten und den beiden Abgängern der Hochschule für Musik und Tanz Köln scheinbar reibungslos, was ihr Zusammenspiel zu einer abgerundeten und absolut hörenswerten Angelegenheit macht.

Natürlich sind der mehrfach durch den „Jugend jazzt“ Preis ausgezeichnete Pianist Jan Klinkenberg, der seinen Bachelor am renommierten Conservatorium van Amsterdam abschloss und schließlich für seinen Master nach Köln kam, und der Schlagzeuger Thomas Esch, dessen Konzertaktivitäten ihn bereits um die halbe Welt führten, eine echte Bereicherung für das Ensemble. Gespielt werden hauptsächlich Eigenkompositionen des Bandleaders und Bassisten Conrad Noll, die wunderschön zweistimmig von den beiden Bläsern David Heiss (Trompete) und Daniel Filbert (Tenorsaxophon) interpretiert werden. Zur Zeit konzentriert sich Conrad's Quintett besonders auf die Kompositionen des Bassisten Oscar Pettiford (1922-1960).

Pettiford griff bereits im Alter von 14 Jahren zum Kontrabass und tourte mit seiner Familie durch die US-Staaten des Middle West. 1943 zog er nach New York und wurde dort zu einem wichtigen Bestandteil der Jazz-Szene: Nicht selten wird Oscar Pettiford in einem Atemzug mit Charlie Parker und Dizzy Gillespie genannt und gilt wie diese beiden als einer der Wegbereiter des "Bebop". Neben seinen zahlreichen eigenen Formationen, spielte er unter anderem zusammen mit Duke Ellington, Coleman Hawkins und Miles Davis. Sein zu dieser Zeit innovatives Spiel trug maßgeblich zur Entwicklung des Jazz-Basses bei und beeinflusste nebst vielen anderen Bassisten auch Ray Brown und Charles Mingus.

Conrad Noll hat es sich zur Aufgabe gemacht, Pettiford's bislang relativ unbekannt gebliebene Kompositionen in geschmackvollen Arrangements auf die Bühne zu bringen. Eine Hommage an einen überaus begabten Bassisten, die es sich anzuhören lohnt!

https://www.youtube.com/watch?v=6yy8vi9Zv5g

 

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